Airport-Mitarbeiter radeln mit Syrern

Außergewöhnliches Flüchtlings-Projekt startete heute Vormittag

30.05.2016
Eine Fahrt von rund 2.300 Kilometern Länge - durch sechs europäische Länder und über zwei Hochgebirge, alles mit reiner Muskelkraft - so lautet der Plan einer außergewöhnlichen Rennradmannschaft, die Mitarbeiter der Flughafen München GmbH (FMG) aus der Taufe gehoben haben. Heute Morgen um 8.30 Uhr startete das sechsköpfige Team am Münchner Marienplatz - Ziel ist Granada im Süden Spaniens. Das Team besteht aus einer Mitarbeiterin und zwei Mitarbeitern des Airports und drei Syrern, die wegen des Krieges in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen sind. Nach dem Start in München will das Team in elf Tagesetappen mit Distanzen bis zu 237 Kilometern Granada erreichen (siehe Karte). Rund 20.000 Höhenmeter müssen bewältigt werden - unter anderem führt die Route über die Zentral- und die Westalpen sowie über die Pyrenäen. Um diese Herausforderung zu meistern, steht seit Februar regelmäßiges hartes Training auf dem Programm.

"Die andalusische Metropole mit der maurischen Vergangenheit gilt vielen als ein Symbol für Toleranz und die jahrhundertelange Tradition der Zusammenarbeit von Christen, Juden und Muslimen", erklärt FMG-Mitarbeiter Björn Potulski, der das Projekt initiiert hat. "Mit Road to Granada wollen wir aber nicht nur an eine bemerkenswerte Epoche der europäischen Geschichte erinnern - mit sechs zu durchquerenden Ländern soll diese außergewöhnliche Tour zugleich demonstrieren, was für eine große Errungenschaft wir heute mit unserer europäischen Reisefreiheit zu bewahren haben", so Potulski weiter.

Unter www.facebook.com/RoadToGranada können Interessierte das deutsch-syrische Team schon jetzt während der Trainingsphase und dann natürlich auch die Fahrt online verfolgen. Während der Fahrt werden dort tägliche Etappenberichte mit kurzen Videos veröffentlicht.

Im Rahmen des Projektes "Road to Granada" möchte das Team Spendengelder sammeln, die syrischen Kindern nach der Flucht aus ihrer Heimat den Schulbesuch ermöglichen sollen. Die Einnahmen kommen der Münchner Hilfsorganisation "Orienthelfer e.V." zu Gute und dienen der Finanzierung von drei provisorischen Schulen, die in libanesischen Flüchtlingslagern errichtet wurden. Der Schulbetrieb kostet rund 300 Euro pro Schuljahr und Kind. Wer helfen möchte, kann dafür die Spendenplattform betterplace.org nutzen. Road to Granada steht unter der Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters, Dieter Reiter.

betterplace.org

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