Deutsches Museum eröffnet Lounge im Satellitengebäude

Passagiere können jetzt vom Münchner Airport zu einer Mond-Mission starten

26.04.2018
Das Deutsche Museum hat einen neuen Standort – und der Flughafen München eine neue Attraktion: die "DM-Lounge" im Satelliten des Terminal 2. In diesem Mini-Museum gilt: Anfassen und spielen ist ausdrücklich erwünscht. Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh wies bei der Eröffnungsfeier darauf hin, dass die neue DM-Lounge genau zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Satellitenterminals ihre Pforten öffnet: "So gesehen ist die neue Lounge des Deutschen Museums ein schönes Geburtstagsgeschenk, von dem natürlich vor allem die Reisenden profitieren werden. Sie finden künftig im Herzen dieses Passagiergebäudes eine echte Sehenswürdigkeit, die ihnen kostenlos Wissenswertes aus der Luft- und Raumfahrt auf ebenso spannende wie unterhaltsame Weise vermittelt." 

Natürlich geht es in der neuen Außenstelle des Deutschen Museums vor allem um das Thema Luftfahrt. In einer Großvitrine sind 16 bildschöne Holzpropeller ausgestellt – darunter sogar einer der Gebrüder Wright. In einer weiteren Vitrine kann ein BMW-Flugzeugmotor der legendären "Tante Ju" in Augenschein genommen werden. Und gleich neben der Ausstellungsfläche hat man einen fantastischen Blick auf das Vorfeld des Münchner Flughafens mit den hier parkenden und rollenden Passagiermaschinen.

Am meisten Aufmerksamkeit aber dürften eine große Projektionswand und ein Steuerpult erzeugen: Hier können Passagiere mit Exponaten des Deutschen Museums spielen. In einer hochrealistischen Simulation können sie mit dem "Lunar Rover" der Apollo-17-Mission über die Mondoberfläche fahren – oder mit dem Gleiter von Otto Lilienthal vom Berliner "Fliegeberg" in die Tiefe schweben. Die Besucher der Lounge können sogar Aufgaben lösen – wie in einem Computerspiel. Gleichzeitig erfahren sie dabei sehr viel über den Gleiter und das Mondauto.

"Wir wollen nicht mit der Computerspielindustrie konkurrieren", sagte Professor Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, der heute zusammen mit Airportchef Kerkloh die Lounge eingeweiht hat. Heckl weiter: "Aber wir sehen natürlich die Möglichkeit, Besucher unsere einmaligen Exponate viel intensiver erleben zu lassen als bisher." Das Deutsche Museum, das einen Nachbau eines Mondautos ebenso besitzt wie einen Original-Gleiter von Lilienthal, hat diese Exponate sehr aufwendig scannen und digitalisieren lassen. "Und jetzt können wir sie sozusagen virtuell in ihren natürlichen Lebensraum zurückversetzen", schwärmte Heckl. 

So können die Gäste am Münchner Flughafen zu einer Zeitreise von den Anfängen bis in die Gegenwart der modernen Luft- und Raumfahrt starten. "Diese Ausstellung baut auf einzigartige Weise die Brücke zwischen den Anfängen des Flugbetriebs in München zu dem hochmodernen Luftverkehrsdrehkreuz von heute. Auf diese Weise bringt die neue DM-Lounge gewissermaßen die historische JU 52 und den modernen Airbus A380 am Münchner Airport zusammen", erklärte Kerkloh.

Auch das Deutsche Museum kann man in der Lounge erkunden – fast so, als sei man wirklich dort. Ein digitaler Rundgang durch das Deutsche Museum, bei dem sich die virtuellen Besucher fast völlig frei im Raum bewegen können, ergänzt das Angebot. Wer will, kann eine Tour durch 15 Abteilungen des Deutschen Museums antreten. "Das ist ein Deutsches Museum im Kleinen", sagte Heckl," das man auf eigene Faust entdecken kann, ohne auf die Museumsinsel zu fahren." Natürlich wolle man die Flugpassagiere auch dafür begeistern, das Museum nicht nur virtuell, sondern auch real zu erkunden. Zumal das Deutsche Museum gerade daran arbeitet, das Konzept des "virtuellen Spiels" mit Exponaten auch auf der Museumsinsel zu erproben. "Wir testen hier die Möglichkeiten der virtuellen Realität für Museen – und wir sind sehr dankbar, dass uns der Flughafen München die Chance dazu bietet", sagte Heckl. Weiteres Bildmaterial zur neuen DM-Lounge am Münchner Flughafen gibt es auf der Website des Deutschen Museums

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Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh (links) sowie den Generaldirektor des Deutschen Museums, Professor Dr. Wolfgang M. Heckl neben einem Sternmotor (BMW 132), der unter anderem als Antrieb für die Junkers JU 52 genutzt wurde.

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