Fotojäger am Zaun

Sie trotzen Kälte und Hitze

  • Uwe Gleisberg, Andreas Scholz, Björn Düwel und Markus Bischof (von links) sind Planespotter und immer auf der Suche nach einem seltenen Flugzeug, einer exotischen Airline oder einer außergewöhnlich lackierten Maschine, die sie mit ihren Fotoapparaten festhalten können

Die Planespotter verbindet ein faszinierendes Hobby

Minusgrade und Schnee. Am Zaun vor dem Gelände des Münchner Flughafens stehen dick eingepackt vier Kollegen und bringen ihre Kameras in Anschlag. Dass alle vier am Airport arbeiten, ist kein Zufall, sondern ihr erklärter Wunscharbeitsplatz – und zwar schon seit Jugendzeiten, denn so weit reicht bei jedem von ihnen die Flugzeugbegeisterung zurück. "Planespotten ist eine Grundform des Jagens und Sammelns", umreißt Björn Düwel seine Faszination. "Man freut sich, wenn man eine ganze Airline-Flotte oder Flugzeugreihe komplett hat." Doch damit nicht genug. "Für mich liegt der Reiz darin, an der frischen Luft zu fotografieren", sagt Uwe Gleisberg, "und die Geschichte einer Airline oder eines Fliegers zu verfolgen. Man erlebt das Entstehen, Wachsen und auch das Zugrundegehen von Fluggesellschaften."

Was noch unbedingt dazu gehört: der Austausch mit anderen. Alle vier Planespotter sind Vereinsmitglieder bei den Aviation Friends Munich (AFM), es gibt Internetportale, auf denen gelungene Fotos hochgeladen werden – und den direkten Kontakt am Vorfeld. Etwa an den Airports von Salzburg und Innsbruck, wenn im Winter die Ski-Charterflieger unterwegs sind. "Die Samstage sind bei schönem Wetter fest geblockt", erzählt Markus Bischof. Da stehen die Münchner dann neben Planespottern aus Österreich, Ungarn, Italien und der Schweiz, warten, frieren, fotografieren und fachsimpeln.

Bis zu 700 Fotos entstehen während eines solchen Tages, von denen es oft nur die 15 besten ins persönliche Computer-Archiv schaffen. Ihre Fotoleidenschaft führt die Planespotter auch regelmäßig an weit entfernte Orte. "Ohne das Hobby hätte ich nie so viel von der Welt gesehen", ist sich Andreas Scholz sicher. "Man lernt unheimlich viel über Länder und Kulturen und erweitert seinen Horizont." Manchmal allerdings sieht man auch nur den Flughafen, meint Markus Bischof und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Letztes Jahr war ich drei Tage in Johannesburg. Nur zum Fotografieren."

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