Helden der Arbeit

Zum Jahreswechsel werden wieder Tausende Münchner arbeiten müs­sen. In Krankenhäusern, bei der Polizei, der Deutschen Bahn, der Münchner Verkehrsgesellschaft und auch am Flughafen München stel­len sie sicher, dass alle anderen in der Stadt entspannt feiern können.

Der Radiosender Gong 96.3 und der Münchner Airport laden diese „Hel­den der Arbeit“ nachträglich ein zur „Gong 96.3 Nacht der Helden“ am Samstag, den 6. Januar 2018, in die Reithalle in München. Anmeldung und Details unter: https://www.radiogong.de/Nacht-der-Helden.

Zwei Flughafenmitarbeiter erzählen in ihren Porträts, wie Silvester am Airport für sie abläuft.

Bitte keinen Schnee und kein Eis!

Andreas Stein ist in der Silvesternacht für die Verkehrsleitung zuständig.

Alle wünschen sich an Silvester eine klare Nacht, um das Feuerwerk gut zu sehen. Andreas Stein nicht unbedingt, denn dann droht Frost. „Wenn dann noch Feuchtigkeit hinzukommt, könnten die zwei Bahnen des Flughafens vereisen, und wir müssen den Streudienst losschicken, das ist dann ein ganz schöner Aufwand“, sagt er.

In den Stunden, in denen ganz München dem Jahreswechsel entgegenfiebert, wird Stein als diensthabender Verantwortlicher in der Verkehrsleitung für den sicheren Betrieb des Airports sorgen und damit alle Vorgänge steuern, die nicht in der Verantwortung der Flugsicherung liegen. Dazu gehört vor allem der störungsfreie Betrieb der beiden Bahnen, was vor allem in der Winterzeit immer wieder Herausforderungen bereithält.

Er arbeitet schon seit 1989 am Flughafen, schon als Student, dann zehn Jahre als Disponent im Bodenverkehr und jetzt in der Verkehrsleitung. In der Silvesternacht werden sie dort durchgängig zu zweit sein – trotz des bestehenden Nachtflugverbots von 0:00 bis 5:00 Uhr. Doch der Flughafen muss 24 Stunden betriebsbereit sein: für Ambulanzflüge oder für etwaige Notfälle. Sollte es dazu kommen, wäre Stein derjenige, der sich um die Einsatzkräfte oder andere Maßnahmen zu kümmern
hätte.

Er hat in seiner Laufbahn am Flughafen schon etliche Silvesternächte und auch Heilige Abende am Flughafen verbracht. Dieses Jahr hat er Glück, und er ist für die Spätschicht eingeteilt, die um 22:20 Uhr endet. Damit verpasst er zwar das Abendessen mit Freunden, kann aber rechtzeitig vor Mitternacht noch zuhause mit seiner Frau anstoßen. Wenn nichts dazwischenkommt.


Anmelden beim Tower: Erst danach darf Andreas Stein zum Runway Check mit einem Dienstwagen auf die Startbahn fahren. Dabei kontrolliert er sie auf herumliegende Teile, die Flugzeuge beschädigen könnten, und gewährleistet so den störungsfreien Betrieb der Bahn.

Winterdienst statt Wintergrillen

Michael Wellmitz hat dieses Jahr die Niete in der Dienstplan-Lotterie gezogen.

Wenn die Freunde und Nachbarn von Michael Wellmitz zuhause in München-Ramersdorf den Grill anwerfen zum alljährlichen Wintergrillen an Silvester, wird der 54-jährige schon sechs Stunden der Spätschicht als diensthabender Verkehrsleiter am Flughafen hinter sich haben. Wellmitz arbeitet in dieser Position schon seit 17 Jahren und hat bereits an zahlreichen Heiligen Abenden und Silvesternächten Dienst getan. „Einen bis drei Kollegen von 13 im Team trifft es halt“, das wissen meine Frau, die Kinder und meine Freunde zuhause, und sie akzeptieren das. Dienst ist halt Dienst.“

Statt um Bratwürste und Koteletts kümmert sich Wellmitz dieses Jahr also um außergewöhnliche
Vorkommnisse: „Unser Job ist deshalb so spannend, weil wir immer als trouble shooter im Einsatz sind. Im Grunde greifen wir immer dann ein, wenn es im Betrieb des Flughafens zu Unregelmäßigkeiten oder gar Notfällen kommt.“ Er meint damit zum Beispiel problematische Wetterlagen und dabei insbesondere den Flugbetrieb unter winterlichen Bedingungen. Wellmitz und seine Kollegen sind aber auch zuständig, wenn Passagiere ungeplant in München stranden, sowie selbstverständlich Alarmsituationen.

Wellmitz unterbricht das Interview, sein Funkgerät meldet sich: im Hilton Hotel hat eine Minibar den Rauchalarm ausgelöst, die Meldung kam von der Feuerwehr. Bevor er das Gespräch fortsetzt ordert
er noch eine so genannte Sprühgruppe für den nächsten Morgen, die Enteisungsmittel auf die beiden Bahnen aufbringen kann, falls Frost und Nieselregen zusammenkommen, wie vorhergesagt. Danach ist wieder der Normalbetrieb am Flughafen hergestellt. Wellmitz hofft, dass es so in etwa auch in der Silvesternacht laufen wird. Dann könnte er noch rechtzeitig zur Knallerei bei seiner Frau und den Freunden im Garten sein. Die haben dann sicher noch eine Bratwurst für ihn aufgehoben.


  • Die Flugbetriebssicherheit steht an erster Stelle.
  • Damit es gar nicht erst zu Notfällen kommt, kontrolliert Michael Wellmitz die Flugzeuge von außen auf augenscheinliche Mängel.

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