Rund 800 Teilnehmer bei Notfall-Übung am Münchner Flughafen

Rettungskräfte versorgen 97 Personen aus der "verunglückten ErdingAir"

09.09.2017
Nach den Vorschriften der internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) müssen Rettungseinsätze auf einem internationalen Flughafen wie dem Münchner Airport regelmäßig geprobt werden, um die Einsatzkräfte auf den Ernstfall optimal vorbereiten zu können. Eine solche Übung stand heute am Flughafen München unter der Federführung des für den Katastrophenschutz zuständigen Landratsamtes Erding und der Münchner Flughafenfeuerwehr auf dem Programm. Dabei stellte sich den Übungsteilnehmern folgendes Szenario dar: Ein Airbus A320 der "ErdingAir" mit 91 Passagieren und sechs Crewmitgliedern meldete an die Fluglotsen im Münchner Tower einen Triebwerksbrand, der bei der Landung zu einem Unfall an der südlichen Start- und Landebahn führte. Einsatzort war der Übungsplatz der Flughafenfeuerwehr.

Innerhalb kürzester Zeit wurden 15 Schwerverletzte, 30 Personen mit mittelschweren Verletzungen sowie 52 leicht verletzte Passagiere aus dem brennenden Flugzeugrumpf gerettet, versorgt und zum Teil in die umliegenden Krankenhäuser transportiert. Insgesamt rund 800 Kräfte der Flughafenfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste und weiterer Akteure standen für diesen Einsatz zur Verfügung. Dazu gehörten auch 126 Freiwillige – von Flughafenbeschäftigten, deren Angehörigen und Freunden bis hin zu Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und des Malteser Hilfsdienstes – die als Statisten und ehrenamtliche Helfer für eine realistische Darstellung des Szenarios benötigt wurden. Ein Teil der Statisten wurde durch Fachleute des BRK geschminkt, damit die Helfer mit möglichst realistisch anmutenden Verletzungen konfrontiert werden konnten. Die hochmoderne Brandsimulationsanlage der Flughafenfeuerwehr erzeugte den Großbrand an der Einsatzstelle. Pyrotechnische Effekte sorgten für zusätzliche Herausforderungen für die beteiligten Feuerwehren.

Die Simulation erstreckte sich über das komplette Flughafengelände, wobei die Übung eine Vielzahl von Aufgaben umfasste: Das Spektrum reichte vom schnellen Eintreffen der Helfer am Unfallort über die Zusammenarbeit und Kommunikation der beteiligten Einsatzkräfte, die Sichtung und Bergung der Verletzten bis zum Aufbau einer Patientenablage und der Identifizierung der Passagiere. Darüber hinaus sah das "Drehbuch" der Übung auch die Betreuung von unverletzten bzw. nur leicht verletzten Personen sowie von hilfesuchenden Angehörigen vor. Dieser Part wurde vom Kirchlichen Dienst am Flughafen München und dem Kriseninterventions-Team des Landkreises Erding übernommen. Um möglichst viele Aspekte der Rettungsarbeit, speziell die Kooperation in der gemeinsamen Einsatzleitung testen zu können, wurden bei der Planung der Übung noch zusätzliche Zwischenfälle wie zum Beispiel die Notlandung eines Hubschraubers, ein Verkehrsunfall mit einem Rettungswagen sowie ein PKW-Brand in einem Parkhaus eingebaut.

Im Anschluss an die Übung zog Jörg Leiwering, Leiter der Flughafenfeuerwehr, ein Resümee: "Wir müssen erst noch eine detaillierte Auswertung sämtlicher Abläufe vornehmen. Aber mein erster Eindruck ist, dass wir für ein derartiges Szenario gut vorbereitet sind." Der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer – oberster Einsatzleiter bei dieser Katastrophenschutzübung – machte sich an den Brennpunkten der Übung ein Bild vom Einsatzgeschehen. Sein Fazit: "Alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen wurden von der Einsatzleitung schnell in die Wege geleitet. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Kräften vom Flughafen und den Teilnehmern aus dem Landkreis funktioniert hat. Mein Dank gilt allen Beteiligten. Vor allem den ehrenamtlichen Einsatzkräften für die Bereitschaft an dieser Übung teilzunehmen und uns im Ernstfall zu unterstützen. Dies sehe ich nicht als selbstverständlich an. Aber ohne die tatkräftige Unterstützung von Ehrenamtlichen, die hier für das Gemeinwohl ihre Freizeit opfern, wäre ein solches Szenario nicht zu bewältigen. Herzlichen Dank."

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Die Übung in der Zusammenfassung

Impressionen von der Übung

  • Beim Übungsszenario meldete ein Airbus A320 der fiktiven "ErdingAir" mit 91 Passagieren und sechs Crewmitgliedern an die Fluglotsen im Münchner Tower einen Triebwerksbrand 
  • Nach den Vorschriften der internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO (International Civil Aviation Organization) müssen Rettungseinsätze auf einem internationalen Flughafen wie dem Münchner Airport regelmäßig geprobt werden. Einsatzort war der Übungsplatz der Flughafenfeuerwehr
  • Innerhalb kürzester Zeit wurden 15 Schwerverletzte, 30 Personen mit mittelschweren Verletzungen sowie 52 leicht verletzte Passagiere aus dem brennenden Flugzeugrumpf gerettet, versorgt und zum Teil in die umliegenden Krankenhäuser transportiert
  • Insgesamt rund 800 Kräfte der Flughafenfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienste und weiterer Akteure standen für diesen Einsatz zur Verfügung. Dazu gehörten auch 126 Freiwillige – von Flughafenbeschäftigten, deren Angehörigen und Freunden bis hin zu Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und des Malteser Hilfsdienstes – die als Statisten und ehrenamtliche Helfer für eine realistische Darstellung des Szenarios benötigt wurden

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