Aktiv gegen Fluglärm

Fluglärmbetroffenheit

Im Vergleich mit anderen Großflughäfen schneidet der Flughafen München aufgrund optimaler Standortvoraussetzungen sehr gut ab. Die Anzahl der Personen, die von Lärm über 55 dB(A) (LDEN) betroffen sind, liegt am Flughafen München nur bei einem sehr geringen Teil der Betroffenen anderer Großflughäfen. Dies ergab sowohl die Lärmkartierung 2017 wie auch die Lärmkartierung 2022 gemäß EU-Umgebungsrichtlinie (siehe Graphik rechts).​

Hinweis: Den Zahlen der Lärmkartierung 2022 verschiedener Flughäfen liegen unterschiedliche Bezugsjahre zugrunde. Bezugsjahr für den Flughafen München war das von Covid-19 beeinträchtigte Jahr 2021, für die anderen Flughäfen war dies das Jahr 2019. 

Fluglärmbetroffene Anwohner im Vergleich

Fluglärmbetroffene Anwohner im Vergleich

Lärmorientierte Grundentgelte

Durch lärmabhängige Entgelte nimmt der Flughafen München Einfluss auf das eingesetzte Fluggerät. Fluggesellschaften, die leises Fluggerät verwenden, profitieren von einem gestaffelten, stark gespreizten Entgeltsystem. Für die Nachtzeit gelten zudem je Nachtstunde unterschiedliche zusätzliche Aufschläge.

Leise Flugzeugtypen

Mit dem Einsatz neuer und moderner Flugzeugtypen können die
Fluglärmimmissionen, insbesondere die Spitzenpegel deutlich reduziert werden. Dies führt zu einer geringeren Fluglärmbelastung im Umfeld des Münchner Flughafens.

Das sind die leiseren Flugzeugtypen

  • A320neo als modernes, geräuscharmes Flugzeug - Am 25. Januar 2016 nahm der Airbus A320neo seinen Linienbetrieb am Flughafen München auf. Der Zusatz "neo" steht für "new engine option", dahinter verbirgt sich der Einsatz innovativer Getriebefan-Triebwerke. Die neue Triebwerksarchitektur verursacht weniger Lärm. Aufgrund des hohen Wirkungsgrads wird zudem der Treibstoffverbrauch um 15 Prozent und damit der CO2-Ausstoß gesenkt.
  • Der A350 löst den A340 ab - Nach und nach wird der Airbus A340 von dem Airbus A350 abgelöst. Noch im Jahr 2011 entfielen über 3 % aller Flugbewegungen am Flughafen München auf den Airbus A340. Im Jahr 2018 lag der Anteil des Airbus A350 erstmals über dem des Airbus A340. Seit 2020 liegt letzterer bereits unter einem Prozent.
  • Generationenwechsel der B737 - Die Boeing 737 ist eine der erfolgreichsten Flugzeugfamilien mit inzwischen mehreren Generationen. Die erste Generation, etwa die B737-200, war mit Triebwerken ausgestattet, die im Vergleich zu heutigen Standards sehr hohe Lärmemissionen verursachten. Am Flughafen München sank der Anteil der B737-200 von über 8 % im Jahr 1993 bis auf null in den 2000er Jahren. Die zweite Generation (B737-300 bis -500) erhielt bereits verbesserte Triebwerke, wodurch die Lärmemissionen deutlich sanken. Mit der „Next Generation“ (ab der B737-600 bis -900) wurde dieser Fortschritt weitergeführt: beim Start ist die Boeing B737-800 um bis zu 7 dB(A) leiser als die Boeing B737-200. Die neueste Variante, die B737 MAX, führt diesen Trend mit nochmals effizienteren Triebwerken fort.

Langfristige Entwicklung der Spitzenpegel

Der Fluglärm am Flughafen München entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich entkoppelt vom Wachstum des Luftverkehrs. Die Anzahl der Maximalpegel über 80,5 dB(A) ging im Laufe der Jahrzehnte zurück (siehe rechts).

Besonders stark sank die Zahl der Maximalpegel über 90,5 dB(A). Während in den 1990er Jahren jährlich noch bis zu rund 500 dieser hohen Pegel gemessen wurden, liegen die Jahreswerte inzwischen im niedrigen zwei- bis sogar einstelligen Bereich (siehe rechts).

Im selben Zeitraum hat sich die Anzahl der Flugbewegungen am Flughafen München verdoppelt, die der Passagiere sogar nahezu vervierfacht.

Anzahl der Maximalpegel über 90,5 dB(A) pro Jahr an den stationären Messstellen

Probeläufe von Triebwerken

Probeläufe von Triebwerken können eine bedeutsame Lärmquelle am Boden sein. Um diesen Lärm zu vermeiden, werden die Tests am Flughafen München grundsätzlich in einer sogenannten Lärmschutzhalle durchgeführt, so dass der Lärm abgeschirmt wird und gar nicht erst in der vollen Lautstärke in die Nachbarschaft gelangt.

Pre-Conditioned Air (PCA)-Anlagen

64 Pre-Conditioned Air (PCA)-Anlagen übernehmen am Flughafen München das Klimatisieren der Flugzeugkabine auf der Parkposition. Der Einsatz der zuvor verwendeten Hilfsturbine (sogenannte APU) und insbesondere der damit verbundene Lärm sowie der unnötige Kerosinverbrauch und CO2-Ausstoß entfallen hierdurch.

Mit Erweiterung des Terminal 1 durch den neuen Flugsteig werden 12 weitere PCA-Anlagen hinzukommen.