Gewässermanagement und Wassernutzung

Gewässerneuordnung

Schon vor dem Bau des Flughafens wurde das Erdinger Moos durch die Errichtung von Bächen und Gräben zur Senkung des Grundwasserspiegels für die Landwirtschaft geprägt, wodurch sich Landschaft und Wasserhaushalt deutlich veränderten. Daher hatte man beim Bau des Flughafens München besonders darauf geachtet, weitere Auswirkungen möglichst gering zu halten. Dafür war eine umfassende Neuordnung der bestehenden Bäche und Gräben notwendig.

Das Wasser aus dem südlichen Einzugsgebiet wird über eine unterirdische Überleitung auf die Nordseite des Flughafens geführt und dort kontrolliert in die ursprünglichen Gräben verteilt. Ein Überwachungssystem misst kontinuierlich Wasserstände und Abflüsse und steuert die Verteilung des Wassers auf die einzelnen Gräben sowie Versickerungsanlagen.

Diese Gewässerneuordnung schützt den Flughafen vor Hochwasser und sorgt gleichzeitig dafür, dass sich die Hochwassergefahr für die Umgebung nicht erhöht.

Gewässer vor dem Bau des Flughafens

Gewässer nach dem Bau des Flughafens

Schemaschnitt der Überleitung Süd - Nord zur Grundwasserregelung

Grundwasserregelung

Der Flughafen liegt in einem Gebiet mit hohen Grundwasserständen. Um die uneingeschränkte Nutzbarkeit der Flugbetriebsflächen sicherzustellen und Frostschäden im Winter zu vermeiden, wird der Grundwasserspiegel gezielt geregelt.

Offene Entwässerungsgräben senken den Grundwasserstand auf ein betrieblich notwendiges Maß. Das abgeleitete Wasser wird anschließend über Versickerungsanlagen nördlich des Flughafens wieder dem Grundwasser zugeführt, sodass der natürliche Wasserhaushalt erhalten bleibt.

Tiefe Bauwerke wie der S-Bahn Tunnel oder Terminalgebäude stellen eine Barriere für das Grundwasser dar. Technische Maßnahmen wie Düker, Drainagen und Grundwasserüberleitungen sorgen dafür, dass das Grundwasser unter oder um diese Bauwerke geleitet wird, ohne Aufstau oder Absenkung in den angrenzenden Bereichen zu verursachen.

Trinkwasserversorgung

Der Flughafen bekommt sein Trinkwasser über den Zweckverband Moosrain.

Zusätzlich besteht ein Notverbund mit dem Wasserzweckverband Freising Süd, der eine durchgehende Versorgung auch in Ausnahmesituationen sicherstellt. Die Trinkwasserqualität wird regelmäßig an verschiedenen Stellen des Lei-tungsnetzes kontrolliert. So ist jederzeit gewährleistet, dass am Flughafen ein-wandfreies Trinkwasser zur Verfügung steht.

Gleichzeitig setzt der Flughafen zahlreiche Maßnahmen um, um den Trinkwasserverbrauch zu reduzieren. Dazu zählen wassersparende Armaturen in den Terminals, die Nutzung von gesammeltem Niederschlagswasser für Löschübungen sowie die Wiederaufbereitung von Abwasser in Autowaschanlagen. Für nicht trinkwasserrelevante Zwecke wird zudem oberflächennahes Grundwasser genutzt. So wird die wertvolle Ressource Trinkwasser effizient und verantwortungsvoll eingesetzt.

Wassersparende Armaturen