Der rote Teppich liegt bereit

Vorbereitungen für die Münchner Sicherheitstkonferenz

Vom 16. bis 18. Februar findet die 54. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt. Zahlreiche hochrangige Politiker haben sich angekündigt. Am Flughafen München laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Rund 100 zusätzliche Flugzeuge werden dann im Erdinger Moos landen und starten.

162 Kolonnen ...

© Security Conference


... aus 993 Fahrzeugen hat die Konzernsicherheit des Flughafens München bei der letztjährigen Sicherheitskonferenz über den Flughafen gelotst. "Diesmal erwarten wir ähnlich viele", sagt Sicherheitsmanager Lothar Frühsammer, dessen Team eine Art Insel auf dem Frachtvorfeld schafft. In dieser abgetrennten Zone werden die Kontroll- und Einreiseformalitäten für die Staats- und Militärmaschinen erledigt. Dabei arbeitet die Konzernsicherheit, die zur Sicherheitskonferenz mit rund 30 Leuten im Einsatz ist, eng mit den Polizeibehörden zusammen – auch beim Lotsen. Außerhalb des Flughafens übernimmt die Landespolizei und geleitet wichtige Kolonnen nach München.

40 Meter roter Teppich ...


... werden für eine Boeing 747 verlegt – allerdings nur bei offiziellen Staatsempfängen. Ob ein solcher zur diesjährigen Sicherheitskonferenz stattfindet, erfährt Ludwig Krämer kurzfristig von der Bayerischen Staatskanzlei. Sein Kerngeschäft als Leiter des VipWings sind Politiker und hochrangige Teilnehmer, die mit Linienflugzeugen anreisen. 2017 koordinierte das 35-köpfige VIP-Team am Konferenzwochenende über 600 ankommende und abfliegende Gäste – zusätzlich zu den regulär rund 100 Nutzern täglich. Zum VIP-Service gehören der Limousinentransfer vom und zum Flugzeug ebenso wie die Gepäckabwicklung und die Kontrollformalitäten im VIP-Terminal. Die gewonnene Zeit nutzen manche MSC-Teilnehmer direkt vor Ort – für politische Gespräche in einer der Suiten des VipWings.

Null Zentimeter Schnee ...


... wünscht sich Thomas Wowsnik, Leiter der Vorfelddienste, zur Sicherheitskonferenz. Viele der rund 100 zusätzlichen Militär-, Staats- und Privatjets, die in München landen, werden auf allen verfügbaren Flächen abgestellt – die dann noch zusätzlich von Schnee und Eis gereinigt werden müssen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, müssen auch Rollwege als Abstellposition genutzt werden. Die Gespräche über die Abfertigung der Flugzeuge haben schon im Herbst begonnen, doch erst wenige Wochen vor der MSC konkretisiert sich, wer ungefähr wann kommt und mit welchem Flugzeugtyp. Danach richtet sich die Positionierung: Je nach Größe sind unterschiedliche Abstände einzuhalten, und aus protokollarischen und politischen Gründen können nicht alle Flieger beliebig nebeneinander stehen. Ein logistischer Kraftakt für die Vorfeldaufsicht sowie deren Kollegen von der Verkehrszentrale und Vorfeldkontrolle – oder wie Wowsnik es nennt: ein riesiges Tetris-Spiel.

200 Flugbewegungen ...


... zusätzlich gab es 2017 am Flughafen München allein wegen der Sicherheitskonferenz. Und es werden immer mehr: Vor fünf Jahren waren es noch 90 zusätzliche Bewegungen – für dieses Jahr rechnet der Flughafen mit mehr als 200 Starts und Landungen. Leicht zu planen ist das für den Airport nicht, denn viele Politiker warten, welche Teilnehmer wann zusagen und melden sich dann sehr spät an. Dass beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt, gilt als wahrscheinlich – ist aber noch längst nicht offiziell. Die heiße Phase beginnt wenige Tage vor dem Wochenende der Sicherheitskonferenz: Dann müssen die Münchner Flugplaner gemeinsam mit dem Flughafenkoordinator, einer Bundesbehörde, die Zeiten für Starts und Landungen festlegen. Ein echter Hingucker im vergangenen Jahr: die Boeing 747 der US-Regierung.

20 Geräte ...


... stellen die Bodenabfertiger des Flughafens München exklusiv für die Flugzeuge bereit, die für die Sicherheitskonferenz anreisen. Da kommen nicht nur Hublifter zum Einsatz, mit denen die Abfertiger zu den Laderäumen im Flieger gelangen, sondern auch Treppen und Bodenstromgeräte. Damit die prominenten Gäste sicher aus dem Flugzeug aussteigen können, prüfen Mitarbeiter diese Geräte vorher erneut auf Herz und Nieren. Besonders die Treppen werden auf Hochglanz gebracht: Sie werden nicht nur gewienert und poliert, sondern vorher sogar durch die Waschstraße geschickt.

Mehr über die Münchner Sicherheitskonferenz erfahren Sie hier.

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