Honigmonitoring

Flughafenbiene besucht Huflattich, einen der ersten Frühjahrsblüher

Flughafenbiene auf Huflattich

Wir Flughafenbienen starten durch!

Hallo,

schon im Spätwinter haben wir bei Sonne und Temperaturen um 10°C erste Ausflüge ins Umland gestartet. Wir, das sind die Flughafenbienen von 22 Bienenvölkern an drei Standorten am Münchner Flughafen.

Wenn dann die Wiesen, Sträucher und Bäume rings um den Flughafen blühen, sammeln wir fleißig Blütenpollen und -nektar. Mit Blütenpollen ernähren wir unsere Brut. Aus Blütennektar stellen wir Honig her. Unsere Imker ernten zweimal pro Jahr unsere Blütenhonige: nach der Frühtracht Ende Mai und nach der Sommertracht, meist Ende Juni.

Beim Honigmonitoring werden unsere Honige auf 26 potenzielle Luftschadstoffe untersucht sowie auf Rückstände von Pestiziden. Auch ihr Geschmack und ihre Qualität werden beurteilt. Vier erfahrene, unabhängige und teils amtliche Labore führen diese Analysen durch. Unser Flughafenhonig ist wohl eines der am besten geprüften Lebensmitteln aus der Region.

Beim Honigmonitoring werden außerdem auch der Pollen, den wir sammeln, und das Wachs, das wir produzieren, auf mögliche Luftschadstoffrückstände geprüft.

Ein Tipp für Ihren nächsten Ausflug: Radeln Sie doch mal auf dem Umwelt-Radweg um den Flughafen: Sie werden zum Beispiel an der Station "Honigmonitoring“ vorbeikommen und Interessantes über uns und über die Tier- und Pflanzenwelt insgesamt am Flughafen München erfahren.

Pollen, Wachs und Honig auf dem Prüfstand

Honig ist ein Naturprodukt, das bei seiner Entstehung verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Muss demnach befürchtet werden, dass der Honig aus dem Umland des Flughafens München
mit Schadstoffen aus den Abgasen der Flugzeuge belastet ist? Um diese Frage zu klären, führt der Flughafen München seit 2008 zusätzlich zum Biomonitoring ein kontinuierliches Honigmonitoring durch.

Schadstoffe können die Insekten schädigen oder als Rückstände in Pollen, Wachs oder Honig verbleiben. Beim Honigmonitoring des Flughafens München werden deshalb Pollen, Wachs und Honig sowie die Vitalität der Bienen genau untersucht. Unabhängige Labore analysieren die Gehalte von zehn Metallen und 16 polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).

Ergebnis: Die Luft um den Flughafen beeinträchtigt weder die Vitalität der Bienen, noch die Qualität von Pollen, Wachs und Honig. Die Schadstoffgehalte des regional erzeugten Honigs sind nicht höher als bei Honig aus dem flughafenfernen Vergleichsgebiet und liegen zudem weit unterhalb der zulässigen Höchstgehalte nach den EU-Höchstmengenverordnungen für Lebensmittel.

  • Mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h befliegt eine Biene 40- bis 60-mal pro Tag ihr Sammelgebiet im Radius von zwei Kilometern um den Flughafen.
  • Der im Laufe des Frühjahrs und Sommers von den Flughafen-Bienen gesammelte Honig wird im Labor auf Luftschadstoffe analysiert.
  • Im Bienenstock wird dem mit Enzymen zugesetzten Nektar-Saft Wasser entzogen, bis er schließlich in Wabenzellen als Honig eingelagert wird.
  • Die Vitalitätsuntersuchungen und die Laboranalysen zeigen, dass der Flughafenbetrieb keinen Einfluss auf Pollen, Wachs und Honig hat. Vielmehr bestätigt das Monitoring, dass Honig aus der Airportregion hinsichtlich der untersuchten Stoffe genauso unbelastet ist wie flughafenfern produzierter Honig.
  • Flughafenimker nach der Ernte © Copyright Flughafen München

Der Flughafen-Imker Hermann Hölzl

Download

Weitere Informationen