Honigmonitoring

Flughafenhonig-Ernte 2020

Honiggläser

Wir Flughafenbienen danken unseren Imkern für die hervorragende Betreuung

Hallo,

wir Flughafenbienen möchten noch gute Neuigkeiten mit Ihnen teilen, bevor wir unsere Winterruhe antreten:

16 Bienenvölker an drei Standorten haben im Frühjahr und Sommer 2020 besonders fleißig Nektar von Rosengewächsen, Wildblumen, Ahorn, Weiden, Linden und weiteren Blüten am Flughafen gesammelt. Daraus haben wir rund 350 kg Honig produziert, eine in etwa so stattliche Menge wie 2019.

Die Qualität des Flughafenhonigs gemäß Honigverordnung wurde von staatlichen Kontrollstellen für einwandfrei befunden. Der Honig wurde von unabhängigen Laboren und Gutachtern auf Schadstoffrückstände untersucht und ist – wie in den Vorjahren – unbelastet.

Seit 2008 fliegen wir Flughafenbienen kontinuierlich für das Honigmonitoring. Mit dem Monitoring wird gezeigt, dass der Betrieb des Münchner Flughafens die Qualität von unserem Pollen, Wachs und Honig nicht beeinträchtigt.

Übrigens: Ganz in der Nähe unserer Bienenstöcke und im weiteren Umland des Flughafens stoßen wir bei unseren Flügen auf Biomonitoring-Pflanzen: Weidelgras und Grünkohl sind in Kulturtöpfen aufgestellt, um die Luftgüte zu überwachen. Der Grünkohl wird im Spätherbst geerntet und wie unser Honig auf Luftschadstoffrückstände analysiert. Danach machen auch die Biomonitoring-Pflanzen Pause bis zum nächsten Frühjahr. 

Bei unseren Flügen auf dem Flughafengelände und den Landschaftsflächen, die die Flughafengesellschaft (FMG) eingerichtet hat und pflegt, finden nicht nur wir, sondern viele andere Insekten Nahrung und Schutz. Viele Gründe also, warum die FMG als "Blühender Betrieb" ausgezeichnet wurde.

Pollen, Wachs und Honig auf dem Prüfstand

Honig ist ein Naturprodukt, das bei seiner Entstehung verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Muss demnach befürchtet werden, dass der Honig aus dem Umland des Flughafens München
mit Schadstoffen aus den Abgasen der Flugzeuge belastet ist? Um diese Frage zu klären, führt der Flughafen München seit 2008 zusätzlich zum Biomonitoring ein kontinuierliches Honigmonitoring durch.

Schadstoffe können die Insekten schädigen oder als Rückstände in Pollen, Wachs oder Honig verbleiben. Beim Honigmonitoring des Flughafens München werden deshalb Pollen, Wachs und Honig sowie die Vitalität der Bienen genau untersucht. Unabhängige Labore analysieren die Gehalte von zehn Metallen und 16 polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).

Ergebnis: Die Luft um den Flughafen beeinträchtigt weder die Vitalität der Bienen, noch die Qualität von Pollen, Wachs und Honig. Die Schadstoffgehalte des regional erzeugten Honigs sind nicht höher als bei Honig aus dem flughafenfernen Vergleichsgebiet und liegen zudem weit unterhalb der zulässigen Höchstgehalte nach den EU-Höchstmengenverordnungen für Lebensmittel.

  • Mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h befliegt eine Biene 40- bis 60-mal pro Tag ihr Sammelgebiet im Radius von zwei Kilometern um den Flughafen.
  • Der im Laufe des Frühjahrs und Sommers von den Flughafen-Bienen gesammelte Honig wird im Labor auf Luftschadstoffe analysiert.
  • Im Bienenstock wird dem mit Enzymen zugesetzten Nektar-Saft Wasser entzogen, bis er schließlich in Wabenzellen als Honig eingelagert wird.
  • Die Vitalitätsuntersuchungen und die Laboranalysen zeigen, dass der Flughafenbetrieb keinen Einfluss auf Pollen, Wachs und Honig hat. Vielmehr bestätigt das Monitoring, dass Honig aus der Airportregion hinsichtlich der untersuchten Stoffe genauso unbelastet ist wie flughafenfern produzierter Honig.
  • Flughafenimker nach der Ernte © Copyright Flughafen München

Der Flughafen-Imker Hermann Hölzl

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