Ausgleichsflächen

Unvermeidbare Eingriffe ausgleichen

Bei Bauprojekten lassen sich negative Auswirkungen auf Landschaft und Natur manchmal nicht vermeiden. Mit seinen Ausgleichs- und Ersatzflächen stellt der Flughafen München sicher, dass diese unvermeidbaren Eingriffe in Natur und Landschaft vollständig kompensiert oder ersetzt werden. Übergeordnetes Ziel aller Naturschutz-Maßnahmen ist es, die ökologische Vielfalt zu steigern sowie die im Naturraum besonders gefährdeten Lebensräume mit hoher Artenvielfalt wiederherzustellen beziehungsweise zu optimieren.

Geförderte Lebensraumtypen

  • Der Kriechende Sellerie ist eine ausdauernde Pflanze, die Land- und Wasserformen ausbildet. Die Wasserform besiedelt nährstoffarme bis (mäßig) nährstoffreiche, sandig-kiesige bis schlammige Standorte naturnaher Bächen, Gräben, Quellmooren sowie an Grabenrändern, Bach- und See-Ufern (nach NATURA-2000-Homepage des LfU). Im Erdingermoos findet man den Apium repens im grundwassergespeisten Keckeisgrenzgraben vor. An den Gräben im Bereich der Ausgleichsflächen wird bei Pflegemaßnahmen an den Gewässern besonders auf die Art geachtet.
  • Der Idas-Bläuling (Plebejus idas; auch Ginster-Bläuling) ist eine typische Tagfalterart der Magerrasen und benötigt kiesige, vegetations- und nährstoffarme sowie voll besonnte Flächen. Seine Lebensräume in Europa sind sowohl basenreiche Magerrasen (Kalkgebiete) mit Populationen z.B. an Hornklee als auch bodensaure Magerrasen und Heiden mit Populationen an Heidekraut. Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass die Raupen ausgeprägt myrmekophil (= an Ameisen gebunden) sind. Daher findet man um sie herum oft eine "Ameisen-Garde". Sowohl in Bayern als auch in Deutschland wird der besonders geschützte Idas-Bläuling als stark gefährdete Art auf der Roten Liste geführt.
  • Die Bunte Schwertlilie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 12 bis 40 Zentimeter erreicht. Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Ihr Hauptvorkommen finden wir auf Halbtrocken- und Trockenrasen vor. Sie ist eine vom Aussterben bedrohte Art in Deutschland.
  • Der Begriff "Streuwiese" bezeichnet keinen klar definierten Vegetationstyp, sondern eine traditionelle Nutzungsform: Jede Form extensiv genutzten Feuchtgrünlandes, das nicht gedüngt, im Spätsommer, Herbst oder Winter gemäht wird und dessen Erntegut als Einstreu in die Ställe gebracht wird bzw. wurde. Viele der bestockten Niedermoorflächen z.B. im Viehlaßmoos waren ehemalige Streuwiesen. Ein Ziel der Ökoflächenplanung /-pflege der FMG ist die Wiederherstellung dieser ursprünglichen Nutzungsform als Maßnahme der naturschutzfachlichen Aufwertung.
  • Fließgewässer spielen im Haushalt und Naturschutz des heutigen Erdinger Mooses eine herausragende Rolle. Das Erdinger Moos wird von einer Vielzahl begradigter Niedermoosbäche und –gräben durchzogen. Mit Hilfe von Gewässerrenaturierungen, die ehemals begradigte Bachläufe wieder ausufern lassen,wird im Rahmen der Ausgleichsflächenumsetzung der FMG für vorhandene Bäche und Gräben ein naturnaher Zustand entwickelt.
  • Die Sumpfgladiole ist eine besonders grazile Pflanze, mit auffälligen purpurfarbenen Blüten. Ihr Lebensraum ist die Feuchtwiese. Sie wird zwischen 30 und 60 cm hoch. Ihre purpurroten Blütenhüllblätter sind 3 cm groß und am Grund zu einem gebogenen Trichter verwachsen. Sie ist eine Rote Liste 2 Art. © FNL Rossa Obermeier
  • Die Vogel-Azurjungfer ist eine Kleinlibelle, die teils unerkannt in Wiesen- und Niedermoorgebieten lebt. Dort bewohnt sie besonnte Kleinbäche und Gräben mit lockerem Bewuchs aus Kleinröhrichten (vgl. Merkblatt Artenschutz 27 des LfU). Die FMG schafft im Rahmen der Umsetzung erforderlicher Kompensationsmaßnahmen besonnte und locker bewachsene Gewässerufer und Extensivwiesen als neuen Lebensraum für die Vogel-Azurjungfer. Für den dauerhaften Erhalt des Vorkommens dieser Libellenart ist auch die Art der Pflege des Gewässers ein entscheidender Faktor. In detaillierten Pflegekonzepten der FMG werden die Erfordernisse für die Libelle berücksichtigt. © F. Leo / www.fokus-natur.de

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