Naturschutz

Naturschutz im Fokus

Blumenwiese

Artenvielfalt im Abfanggraben

Außerhalb des Flughafenzauns haben sich nicht nur auf den ökologischen Ausgleichs- und Ersatzflächen wertvolle Tier- und Pflanzenarten etabliert. Durch die Standortvielfalt in Form von trockenen bis nassen Bereichen entlang des Abfanggrabensystems um den Flughafen - eine Maßnahme zum Hochwasserschutz - finden viele Tier- und Pflanzenarten hier einen passenden Lebensraum.

Auf den besonnten, trockenen Dämmen fühlt sich die Zauneidechse sehr wohl. Sie nutzt vor allem den oberen Bereich der Abfanggräben als Lebensraum. In den weiter unten liegenden Feuchtbereichen lassen sich viele zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten wie das Karlszepter, die Sibirische Schwertlilie, Sumpfgladiole und verschiedene Orchideenarten finden.

Zauneidechse, Sumpfgladiole, Schwertlilie

Insektenhotels am Flughafen München

Da Insekten auf den Wiesen rund um die Start- und Landebahnen optimale Bedingungen vorfinden, sind hier viele Arten heimisch. Damit sich die kleinsten Gäste noch wohler fühlen, will der Flughafen mit den Insektenhotels zusätzliche Brutplätze und Versteckmöglichkeiten schaffen. Auch sie bilden einen Teil der Biodiversität am Flughafen München ab.

Auf den extensiv gepflegten blütenreichen Flughafenwiesen um die Start- und Landebahnen sind bereits zahlreiche Insektenarten zu Hause. Diese Wiesen werden nur zweimal im Jahr gemäht und es kommen keine Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Damit sich die kleinsten Gäste noch wohler fühlen, will der Flughafen mit den Insektenhotels zusätzliche Brutplätze und Versteckmöglichkeiten schaffen. Diese zielen vor allem auf solitär lebende Bienen- und Wespenarten ab wie z.B. Masken- und Pelzbienen oder auch Gold- und Grabwespen. Aber auch Florfliegen finden hier ein Versteck. Die Insektenhotels sind ein weiterer Baustein im Bestreben die Biodiversität am Flughafen München zu erhalten und zu erhöhen.

Der Flughafen als „Blühender Betrieb“

Am 24. Juni 2019 wurde die FMG vom Bayerischen Umweltministerium als „Blühender Betrieb“ ausgezeichnet. Die im Rahmen des „Blühpakts Bayern“ verliehene Auszeichnung bedeutet, dass die FMG folgende Kriterien erfüllt:

  • Mindestens 20 % der Freiflächen des Firmengeländes müssen als naturnahe Blühflächen gestaltet sein
  • Keine flächige Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel
  • Bereiche der Blühflächen bleiben zum Erhalt von Fortpflanzungs- und Überwinterungsstätten der Insekten über den Winter ungemäht stehen
  • Kein Einsatz torfhaltiger Substrate bei der Gestaltung und Pflege von Freiflächen

Die mehrere hundert Hektar umfassenden Magerwiesen an den Start- und Landebahnen und auch rund um die Verwaltungsgebäude bieten optimalen Lebensraum nicht nur für viele gefährdete Wiesenbrüterarten sondern auch für die verschiedensten Insektenarten, darunter auch viele Solitärbienen- und Wespenarten.

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Der Naturschutz am Flughafen hat viele Facetten. Lesen Sie mehr dazu 

Konzept für Naturschutz und Landschaftsplanung

Den Flughafen München optimal in seine Umgebung einzubetten – diese Idee war von Anfang an wesentlicher Bestandteil des Planungskonzepts. Also schuf die FMG Strukturen, die das weiträumige Umfeld ökologisch aufwerteten und vernetzten. Das Konzept gliedert den Raum im Erdinger und Freisinger Moos in drei Zonen.

Zone I: Flughafengelände mit Start- und Landebahnsystem, Gebäuden und Straßen

Alle nicht bebauten oder versiegelten Flächen innerhalb des Flughafens wurden als hochwertige Grünflächen gestaltet und mit über 6.000 Bäumen bepflanzt. Eine zielgerichtete Pflege ließ auf großen Teilflächen eine artenreiche Vegetation, an manchen Stellen sogar wertvollen Magerrasen, entstehen. Die Grünflächen im Start- und Landebahnsystem sind wichtige Bestandteile des Vogelschutzgebiets "Nördliches Erdinger Moos".

Zone II: gehölz- und strukturreicher Grüngürtel um das Flughafengelände

Er übernimmt Pufferfunktionen für Siedlungen und Landwirtschaft und bindet die Bauwerke des Flughafens in die umgebende Landschaft ein.


Zone III: Planungsraum für ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Die Grundlage für Planung, Bau und Pflege der Ausgleichs- und Ersatzflächen bildet die aktuelle Gesetzgebung mit der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, dem Artenschutzrecht, dem europäischen Gebietsschutz für das Netz Natura 2000 und dem Waldrecht. Neben ihrer projektbezogenen Ausgleichsfunktion für den Naturschutz und das Landschaftsbild verbessern diese Einzelmaßnahmen bereits vorhandene schutzwürdige Vegetation. Sie schaffen zum Beispiel Biotopkorridore, die wiederum Naturschutzgebiete und Fließgewässer miteinander verbinden. Zudem lässt die FMG die auflagenkonforme Umsetzung der Maßnahmen von den zuständigen Behörden überprüfen.