Schmetterlinge

Wohnraum für seltene Arten

Julia Gotzler von der Umweltabteilung des Flughafens München hat ein Lieblingsprojekt: Sie schafft ein neues Zuhause für bedrohte Schmetterlingsarten aus dem Freisinger Moos. Dafür braucht sie viel Knowhow und einen langen Atem, denn Schmetterlinge sind sehr anspruchsvolle Bewohner.

Jede der vier seltenen Schmetterlingsarten stellt ganz eigene Ansprüche an die Ausstattung ihres Biotops. Um diesen individuellen Ansprüchen der künftigen Bewohner gerecht zu werden, hat die Umweltexpertin gemeinsam mit der Immobilienabteilung des Flughafens sechs geeignete Areale ausgesucht. Insgesamt ist die Projektfäche fünf Hektar groß.

Jetzt hat der Ausbau der Areale begonnen: Bestimmte Pflanzenarten wie Großer Wiesenknopf und Wiesenknöterich werden angepflanzt, in einzelnen Bereichen werden Gehölze entfernt und ein speziell auf die Bedürfnisse der Falter abgestimmtes Konzept für das Mähen wurde entwickelt. Für die Moorschmetterlinge entsteht ein 50.000 Quadratmeter umfassender, geschützter Lebensraum.

Freilich braucht die Landschaftsplanerin dafür einen langen Atem: "Bedrohte Arten siedeln sich halt nicht von heute auf morgen an." Aber durch das auf fünf Jahre angesetzte Projekt bestehe für die Tiere die reelle Chance, sich unter optimalen Bedingungen nachhaltig entfalten zu können. Man möchte allen Beteiligten Erfolg wünschen: Julia Gotzler und natürlich ihren Schützlingen, den seltenen Schmetterlingen aus dem Freisinger Moor.

Bedrohte Arten siedeln sich nicht von heute auf morgen an.

Julia Gotzler

Julia Gotzler

Umweltexpertin am Flughafen München

Tagfalterschutz im Freisinger Moos

Bewohner mit besonderen Ansprüchen

  • Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling
    Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) ist ein hellblau gefärbter Falter mit einigen deutlichen schwarzen Flecken entlang der Flügelränder. In Bayern liegt der Verbreitungsschwerpunkt im nicht gedüngten Voralpinen Hügel- und Moorland. Als limitierender Faktor fungiert in Bayern die Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis) und der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis):  die Eiablage und Entwicklung der Jungraupen erfolgt ausschließlich in den Blütenköpfen des Großen Wiesenknopfs, danach werden die Raupen durch Wirtsameisen adoptiert und in deren Bauten eingetragen. Die Flugzeit der Falter reicht von Anfang Juli bis Ende August. © panthermedia.net / Claus Weisenböhler
  • Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea Nausithous)
    Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea Nausithous): Eine durch Europarecht streng geschützte Schmetterlingsart. Die Weibchen sind einfarbig dunkelbraun, die Männchen dunkelblau. Der Eiablage auf den Knospen des "Großen Wiesenknopfes" folgt eine Verpuppung und Überwinterung der Larven im Ameisenbau der Wirtsameise. © Rosenzweig
  • Das Wald-Wiesenvögelchen (Coenonympha hero) kennzeichnen braune Flügeloberseiten mit orangefarbenen Ringe um die unterschiedlich  stark ausgeprägten Augenflecken. Es bevorzugt ungemähte Waldwiesen, Pfeifengras-Lichtungen oder wärmebegünstigte Moorwiesen-Brachen mit Gehölzen in den Randbereichen von Hoch- und Niedermooren. Die blaugrünen Eier werden in Bodennähe an trockenen Halmen abgelegt. Falter fliegen zwischen Mai und Juli und besuchen nur relativ selten Blüten, sondern saugen an Blattlausausscheidungen auf Blättern und Tau, sowie gelegentlich auch Feuchtigkeit am Boden. © Kars Veling
  • Der Randring-Perlmutterfalter (Boloria eunomia) bevorzugt Feuchtwiesen und Ränder von Mooren - extensiv bewirtschaftet mit großen Beständen des Wiesen-Knöterichs. Die Weibchen legen ihre Eier in Gruppen von 10 bis 20 Stück an der Unterseite der Blätter ihrer Futterpflanzen ab. Die Raupen ernähren sich meist von Blättern des Schlangen-Knöterichs. Die Flugzeit der Falter reicht von Ende Mai bis Anfang Juli auf den - oft winzigen - Flugplätzen in großer Zahl. © imageBROKER / Siegfried Kramer

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