Sicher durch die Luft

Wo darf ich meine Drohne steigen lassen?

LEGENDE: Drohnenflugzone - Dort ist es okay, seine Drohne steigen zu lassen – aber maximal bis 100 Meter hoch. // DFS-Kontrollzone - Hier sind Flieger im Start- oder Landeanflug. Drohnen dürfen fliegen, aber nur bis zu 50 Meter hoch (innerhalb der Sichtweite). // Radio Mandatory Zone (RMZ) - Vor dem Einflug muss man sich per Funk beim Flugplatz-Fluginformationsdienst anmelden. Wer kein Funkgerät dabei hat und kein Funksprechzeugnis vorweisen kann, hat Flugverbot. //  Flugverbotszonen: Beispielsweise über oder in der Nähe von Krankenhäusern, Flugplätzen oder Autobahnen und Bundesstraßen darf nicht geflogen werden. Vor allem in der Nähe des Airports oder des Forschungsreaktors in Garching gilt strengstes Flugverbot. Krankenhaus Flugplatz

Vorfälle häufen sich

Drohnen machen Spaß. Doch immer häufiger schlagen Piloten Alarm – auch rund um den Münchner Flughafen. Seit April gilt deshalb eine neue Drohnenverordnung. Hier erklären wir die wichtigsten Regeln und wo Nutzer ihre Drohnen in der Region fliegen lassen dürfen und wo nicht.

Ein Samstagabend im Oktober 2016. Landeanflug auf den Münchner Flughafen. Alles läuft nach Plan. Bis der Pilot in nur 30 bis 50 Metern Abstand ein Flugobjekt entdeckt – gefährlich nahe am Flieger. Viel zu nahe.

Nur wenige Wochen zuvor: Ein ähnliches Szenario. In 1.700 Metern Höhe hatte sich eine Drohne einer mit mehr als hundert Menschen besetzten Maschine genähert – bis auf zehn Meter. Nur zwei von insgesamt 64 deutschlandweiten Vorkommnissen im vergangenen Jahr.

Alleine in der Kontrollzone des Flughafens München gab es 2016 sechs Vorfälle, heuer bereits zwei, heißt es von Seiten der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Polizeiinspektion Flughafen München.

Immer mehr Drohnen

Derzeit gibt es laut einer Hochrechnung der DFS in Deutschland bereits mehr als 600.000 Drohnen. Sie geht davon aus, dass die Anzahl weiter wachsen wird und bis zum Jahr 2020 mehr als eine Million Drohnen im deutschen Luftraum unterwegs sein werden.

Regeln für die max. Flughöhe von 100 Metern

  • Kennzeichnungspflicht: Ab einem Gewicht von 250 Gramm muss eine Plakette mit dem Namen und der Adresse des Eigentümers angebracht werden – übrigens gilt das auch für Flüge auf Modellfluggeländen. Der Eigentümer kann sie selbst anbringen. Die Plakette muss feuerfest sein (Regelung gilt seit 1. Oktober 2017).
  • Kenntnisnachweis: Ab zwei Kilogramm müssen zusätzlich besondere Kenntnisse nachgewiesen werden, eine Art "Drohnenführerschein" (Regelung gilt seit 1. Oktober 2017).
  • Erlaubnispflicht: Ab fünf Kilogramm wird außerdem eine spezielle Aufstiegserlaubnis der Luftfahrtbehörde benötigt


ACHTUNG:
Ab einer Flughöhe von 100 Metern dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis eingeholt wurde.

Strengere Regeln

Jetzt hat die Bundesregierung eingegriffen und die Regeln für den privaten Drohneneinsatz verschärft. Motion hat die Verordnung unter die Lupe genommen und herausgefiltert, ob, wo und wie hoch Drohnen in der Region rund um den Flughafen München fliegen dürfen. So gibt es zum Beispiel innerhalb des Airports sowie in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um den Flughafenzaun ein absolutes Flugverbot für Drohnen. Darunter fallen auch die Orte Schwaig, Attaching und Teile von Hallbergmoos. Generell gilt: Drohnen dürfen nur bei guten Wetterbedingungen geflogen werden.
Weitere Flugverbotszonen gelten beispielsweise über und in der Nähe von

  • Menschenansammlungen
  • Einsatzorten der Polizei und Rettungskräfte sowie Krankenhäusern
  • Wohngrundstücken
  • Naturschutzgebieten
  • Industrieanlagen, Flugplätzen und Bundesfernstraßen
  • Verfassungsorganen, Bundes- und Landesbehörden

An die Regeln sollten sich Drohnenpiloten unbedingt halten: Verstoßen sie dagegen, begehen sie einen gefährlichen Eingriff in den Flugverkehr (§ 315 StGB) – der in schwerwiegenden Fällen mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann.


ACHTUNG:
Die Inhalte geben nur einen vereinfachten, nicht maßstabsgetreuen Überblick und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte informieren Sie sich vor einem Drohnenflug unbedingt unter www.sicherer-drohnenflug.de.
Jeder Drohnenpilot ist verpflichtet, sich mit den Nachrichten für Luftfahrer (NfL) vertraut zu machen.
Bitte verständigen Sie die Polizei, wenn Sie unsachgemäßen Gebrauch bemerken


Hinweis: Die DFS vertreibt seit neuestem eine kostenlose App für Apple- und Android-Betriebssysteme, welche dem Nutzer anzeigt, wo er mit seiner Drohne fliegen darf, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen. Weitere Informationen zur App.

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