Bauingenieur: Ein Job zwischen Baustelle und Projektplan

Knifflig wie ein Puzzle

Das Terminal 1 erweitern? Ist ganz und gar nicht einfach. Schließlich muss der Flugbetrieb normal weiterlaufen, während Bagger, Laster und Handwerker anrücken. Ingenieur Christian Pfundmair koordiniert eine Baustelle, die es in sich hat.

Was sich unter dem Betonbelag rund ums Terminal 1 verbirgt, weiß Christian Pfundmair genau. Kilometerlang verlaufen dort Strom- und Datenkabel, Wasser-, Abwasser- und Betankungsleitungen. Unterirdisch sorgen sie dafür, dass Gebäude und Anlagen Strom haben, wichtige Daten übertragen und Flugzeuge betankt werden, Schmutz- und Regenwasser abgeleitet wird und vieles mehr, was ein funktionierender Flughafen benötigt.

Bauen, ohne dass die Lampen ausgehen

Die Pläne, auf denen jede einzelne dieser Leitungen und jeder Kanal verzeichnet sind, sind unhandliche Riesenkarten mit verwirrend vielen Linien, Kästen, Farben. Ein bisschen gleichen sie einer unverständlichen Schatzkarte. Bauingenieur Christian Pfundmair aber liest in ihnen wie in einer interessanten Fachzeitschrift. Zusammen mit zwei Kollegen ist er für die Planung und Ausführung sämtlicher Tiefbaumaßnahmen bei der Terminal-Erweiterung zuständig. »Das Schwierigste an unserer Baustelle ist, dass wir in ein bestehendes Vorfeld eingreifen und rundherum trotzdem alles funktionieren muss. Wir reißen hier ein Drittel des westlichen Vorfelds ab.«

Deshalb kennen Pfundmair und seine Kollegen die Pläne bis ins kleinste Detail. »Unsere Aufgabe ist es, während jeder Bauphase den Überblick zu behalten: Wenn wir eine Leitung oder einen Kanal trennen – welche Auswirkung hat das dann?« Soll heißen: Brennen dann noch die Lichter auf dem Vorfeld? Fließt noch Kerosin in die Unterflurbetankung? Seit 2016 arbeitet der 41-jährige Pfundmair im Projektteam der Terminal-1-Erweiterung. 


Auf Baustellen fühlt er sich richtig wohl. Christian Pfundmair genießt es, den Fortschritt seiner Arbeit zu beobachten.

»Man sieht ein Projekt lange Zeit auf einem Plan, dann nimmt es Gestalt an und irgendwann steht das Ergebnis vor einem – das ist faszinierend.«

Bauingenieur Christian Pfundmair am Planungstisch

Christian Pfundmair

Referent für Ingenieurbau

Vorher hatte er sich als Bauingenieur mehr als acht Jahre lang um die Straßen, Gehwege und um kleinere Um- und Neubaumaßnahmen gekümmert. Das Wissen und die Netzwerke, die er sich dort aufgebaut hat, kommen ihm jetzt zugute. Schließlich muss er sich nicht nur technisch bestens auskennen, sondern auch mit allen am Bau gut auskommen – vom Arbeiter über den Polier bis zum Architekten. Kein Problem für ihn: »Auf der Baustelle wird jeder geschätzt, da ist jeder wichtig.«

Permanent gibt es zudem Absprachen mit dem externen Planungsbüro, der Bauüberwachung, den Fachabteilungen des Flughafens, den Technikern und IT-Experten. Jeder Änderungswunsch kann weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Nicht verwunderlich, dass der Terminkalender von Christian Pfundmair zur Hälfte mit Besprechungen belegt ist. »Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass die Projektziele eingehalten werden. Das bedeutet, neben vielen anderen Dingen, vor allem die Termine, Kosten und Qualität der Bauarbeiten im Blick zu haben.«

Eine Kontrollstelle extra für die Bauphase

Doch nicht nur der laufende Flughafenbetrieb macht die Baustelle extrem komplex – sie muss auch die Anforderungen an die Flughafensicherheit erfüllen. »Deshalb errichten wir gerade eine eigene Kontrollstelle für die Baufahrzeuge und Arbeiter, die bei der Terminal-Erweiterung gebraucht werden. Bevor wir mit den Hauptarbeiten am Vorfeld und am Terminal beginnen, muss die Kontrollstelle fertig sein.«

Die Planung auf dem Papier wird auf der Baustelle besprochen – hier mit Polier Axel Lehmann.

Im Anschluss übernehmen die Kollegen

Wie in einem überdimensional großen Puzzle soll ab dem Frühjahr auf der Baustelle ein Teil ins andere greifen. Ein Jahr später werden dann die Hochbaukollegen zu den Tiefbauingenieuren um Pfundmair dazustoßen und dem Terminal sein Gesicht geben. »Als ich 2008 hier angefangen habe zu arbeiten, haben viele Freunde und Bekannte gefragt: ›Was gibt es am Flughafen schon groß zu bauen?‹«, sagt Pfundmair. »Da kann ich heute einiges erzählen.«

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