Bilderbuchstart am Flughafen München – neuer Pier eröffnet

Mitarbeitende geben Einblicke hinter die Kulissen

Am 21. April ist der neue Terminal 1-Pier für bis zu sechs Millionen zusätzliche Passagiere am Flughafen München in Betrieb gegangen. Zahlreiche Mitarbeitende am Airport haben Planung, Bau und Inbetriebnahme über Monate und Jahre begleitet – oft im Hintergrund, aber mit großer Verantwortung. Sechs von ihnen erzählen stellvertretend für das ganze Flughafenteam, in welchen Bereichen sie viel Expertise und Herzblut eingebracht haben – und wie der Betrieb angelaufen ist.


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Der neue Pier am Flughafen München wurde eröffnet und erweitert das Terminal 1 um rund 95.000 Quadratmeter. Der 360 Meter lange Neubau bietet Platz für bis zu sechs Großraumflugzeuge oder zwölf kleinere Maschinen und stärkt die Kapazitäten des Airports.

Reibungsloser Ablauf im Terminalalltag

Im Terminaldienst sind wir nah dran am Geschehen, erste Ansprechpartner für Reisende und verantwortlich für die reibungslose Betriebssicherung und -aufrechterhaltung. Wir springen als Übersetzer ein, melden verlassene Gepäckstücke, halten Rolltreppen und Aufzüge am Laufen und sorgen insgesamt für Sicherheit und Sauberkeit. Es war spannend, einen neuen Terminalbereich dieser Größenordnung operativ zu strukturieren. Wir haben viel Herzblut investiert und Passagierprozesse so entwickelt, dass sich Fluggäste jederzeit orientiert und gut begleitet fühlen. Da hier nur Non-Schengen-Passagiere reisen, sind keine unterschiedlichen Wegeführungen oder Ein- und Ausreiseprozedere nötig wie im Terminal 2 und im restlichen T1, ein Novum. Die erste Maschine, die wir hier begrüßen durften, kam aus Charlotte. Als sich der Pier nach und nach mit Passagieren füllte, war das ein sehr bewegender Moment für mich. Nach diesem gelungenen Start ist unser Team nun bestens gerüstet.

Zülal Aydin

Referentin Terminalbetrieb

Zülal Aydin, Referentin Terminalbetrieb
Wie strukturiert man den Betrieb in einem Teilbereich des Flughafens München, der alleine bis zu sechs Millionen Passagiere jährlich abfertigen kann? "Am besten mit viel Praxiserfahrung, auch in den operativen Abläufen", so beschreibt die Referentin ihre Arbeit im Terminaldienst. Bereits seit zwölf Jahren arbeitet sie im Terminaldienst am Airport und kennt alle Prozesse und Anforderungen genau.

Ein Pier wird zum Genussort

Reisende im Terminal 1-Pier freuen sich über ein völlig neues gastronomisches Erlebnis in unseren Restaurants wie Käfer, Cucina Popolare oder Münchner Leibspeise. Die Bau- und Eröffnungsphase war anspruchsvoll, aber gemeinsam mit unserer Gastronomietochter Allresto, die alle Konzepte entwickelt hat und betreibt, haben wir einen Ort geschaffen, der Qualität, Vielfalt und Aufenthaltsqualität verbindet. Mit einem Angebot, das weit über klassische Versorgung hinausgeht und das Reiseerlebnis am Flughafen München spürbar aufwertet. Mitzugestalten, wie aus ersten Ideen am Reißbrett echte Genussorte mit Atmosphäre und modern interpretiertem bayerischem Lifestyle entstehen, war ein echtes Herzensprojekt für mich. Mein Lieblingsplatz ist die ODEON´s Bar – dort mit einem Cappuccino zu sitzen und zufriedene Gäste zu beobachten, macht mich sehr glücklich. Alle Mitarbeitenden in Gastronomie und Service freuen sich, dass der Pier nun mit Passagieren und Leben gefüllt ist.

Thorsten Rosswog

Produktmanager Food & Beverage

Thorsten Rosswog, Produktmanager Food & Beverage
"Der neue T1-Pier ist für mich ein echtes Herzensprojekt. In der Gastronomie haben wir namhafte Konzepte wie Käfer platziert, freuen uns aber auch über eigene Restaurants mit Bezug zu München, zur Region, zu den Alpen", erklärt der Produktmanager Food & Beverage im Gespräch.

Ein Ort zum Ankommen, Durchatmen und Entspannen

Im T1-Pier haben wir für unsere Fluggäste ansprechende Aufenthalts- und Rückzugsbereiche gestaltet – wie den zentralen Marktplatz unter der Lichtkuppel, eine Recreation Area mit kostenlos nutzbaren Entspannungsliegen, Gebetsräume oder den Raum der Stille. Hierher können sich Reisende zurückziehen und dem Terminaltrubel entfliehen, in Ruhe arbeiten oder einfach entspannen und die Aussicht aufs Vorfeld genießen. Besonders stolz bin ich auf die Kids Area: Hier dürfen sich Kinder aller Altersgruppen bewegen und Sportsgeist üben – mit Kicker, Rutsche, digitalem Spieletisch, Wandspielen, Boulderwand und Rennbahn. Das Design haben wir, angelehnt an die Olympiade 1972 in München, zusammen mit dem Internationalen Olympischen Komitee entwickelt. Für interessierte Fluggäste gibt es hier außerdem Informationen zu Olympia und zur Region. Viele Monate lang war ich regelmäßig auf der Baustelle, um die ausführenden Firmen anzuleiten und den Baufortschritt zu begleiten. Die größte Belohnung für unser Team ist nun zu sehen, wie gut die neuen Flächen und Services von unseren Fluggästen angenommen werden.

Judith Stoppert

Projektleitung Hochbau Common-Use-Bereiche

Judith Stoppert, Projektleitung Hochbau Common-Use-Bereiche
Judith Stoppert arbeitet als Master of Arts in Architecture and Urban Design im Bereich Real Estate am Airport und hat mehrere Bereiche im Pier mitgestaltet – zum Beispiel Rückzugsräume, Aufenthaltsflächen und Angebote für Familien. Ihr Highlight: die Aussicht auf die Berge. 

Präzision bis ins Detail für eine sichere Abfertigung

Nicht nur im Inneren des Gebäudes, sondern auch auf dem Vorfeld des T1-Piers mussten wir umfangreiche neue Infrastruktur schaffen: zum Beispiel neue Rollwege zur Anbindung an die neuen Abstellpositionen und Fluggastbrücken an den Gates. Besonders spannend war, für jeden einzelnen Flugzeugtyp mit seinen spezifischen Maßen einen Haltepunkt festzulegen und Prozesse wie das Andocken oder die Betankung mithilfe einer Vorfeld-Software zu simulieren. Denn am Ende mussten alle technischen Parameter und Bodenmarkierungen optimal zusammenpassen. Dabei haben wir rund 700 Simulationen durchgeführt. An den Pier-Positionen können entweder zwei Schmalrumpfflugzeuge gleichzeitig oder ein Großraumflugzeug abgefertigt werden. Daher führen wir erstmals zusätzliche Markierungen ein, auf denen Abfertigungsgeräte – passend zur Größenklasse des Luftfahrzeugs – frühzeitig bereitgestellt werden. Gleichzeitig helfen die neuen Begrenzungslinien dem Bodenpersonal, die jeweils erforderlichen Abstände beim Einrollvorgang einzuhalten. Nur wenn alle Zahnräder präzise ineinanderlaufen, kann eine sichere und effiziente Abfertigung gewährleistet werden.

Krisztian Jaczina

Referent Airside Planning

Krisztian Jaczina, Referent Airside Planning
Krisztian Jaczina war verantwortlich für die Inbetriebnahme der neuen Vorfeldflächen rund um den T1-Pier und bildete die Schnittstelle zwischen Planung, Bau und den operativen Bereichen. 

Ein reibungsloser Flugbetrieb beginnt mit stabiler IT


Über die gesamte Bauzeit waren zahlreiche IT-Teams im Pier tätig, um Netzwerktechnik, IT-Infrastruktur und Software zu installieren. Insgesamt haben wir zum Beispiel 330 Monitore, 115 Netzwerkkomponenten, 220 Zugangspunkte für WLAN, 140 Telefone oder 730 innovative Kameras mit erstmals verpixelten Bildern verbaut. Dazu alle nötigen IT-Komponenten für den zentralen Bordkartenzugang, die Selfboarding-Gates oder das intelligente Lining mit automatischer Spurzuweisung. Außerdem wurden die bestehenden Software-Applikationen, die den Flugbetrieb regeln, erweitert – etwa um die neuen Gates zu belegen, Türen zu überwachen oder zur Gepäckerkennung. Während des Probebetriebs überprüften wir in einem Offline-Testsystem mit Dummy-Flugplänen fortlaufend, ob alle IT-Systeme und -prozesse richtig funktionieren. Denn diese leisten einen entscheidenden Beitrag für einen reibungslosen Flugbetrieb. Alles wurde auf Herz und Nieren überprüft, aus IT-Sicht ist der Betrieb sehr gut angelaufen.

Rainer Krieger

IT-Programmkoordinator

Rainer Krieger, IT-Programmkoordinator
Voller Einsatz: Nahezu alle IT-Bereiche am Airport waren bei Rollout der IT-Technik im T1-Pier beteiligt. "Diese ist entscheidend für die betriebliche Funktionalität", wie der IT-Programmkoordinator betont. 

95.000 Quadratmeter als hochpräzises 3D-Modell


Insgesamt dreimal wanderten unsere Spezialisten des Technikbereichs jeweils drei Wochen lang durch den T1-Pier, im Rohbau sowie im fertiggestellten, besenreinen Gebäude. Ausgerüstet waren wir mit einem acht Kilo schweren mobilen Laserscanningsystem. Dieses trägt man wie einen Spezialrucksack auf den Schultern – mit integrierter Kamera, die über dem Kopf balanciert wird und mit einem Speichermedium verbunden ist, sowie mit Sensoren, die pro Sekunde hunderttausende Messpunkte erfassen. Unsere Mission: eine digitale Kopie des Bauwerks zu erstellen aus einer hochpräzisen 3D-Punktwolke und 360-Grad-Panoramaaufnahmen, die jeden Winkel des T1-Piers auf den Zentimeter genau abbilden. Der Pier ist nicht das erste Bauwerk am Flughafen München, das als digitale Kopie vorliegt, aber mit Abstand das gewaltigste – mit 95.000 Quadratmetern, verteilt auf vier Ebenen. Künftig soll die Arbeit mit dem digitalen Modell nicht nötige Vor-Ort-Besuche reduzieren. So lassen sich zum Beispiel Reparaturen kostengünstig und schnell aus der Ferne planen und steuern. Viele Anwendungsfälle wird die Zukunft zeigen. Denkbar ist auch, das 3D-Modell mit Live-Sensordaten, etwa von technischen Anlagen wie Heizungen oder Lüftungen, zu koppeln und sich damit einem echten digitalen Zwilling zu nähern.

Jonas Lutz

Referent 3D-Laserscanning

Jonas Lutz, Referent 3D-Laserscanning
Seit Mitte 2025 am Flughafen und direkt im Großprojekt gelandet: Unter der Leitung von Jonas Lutz entstanden eine hochpräzise 3D-Punktwolke sowie 360-Grad-Panoramaaufnahmen des T1-Piers – hilfreich zum Beispiel für Reparaturen im laufenden Betrieb. 

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