Insgesamt dreimal wanderten unsere Spezialisten des Technikbereichs jeweils drei Wochen lang durch den T1-Pier, im Rohbau sowie im fertiggestellten, besenreinen Gebäude. Ausgerüstet waren wir mit einem acht Kilo schweren mobilen Laserscanningsystem. Dieses trägt man wie einen Spezialrucksack auf den Schultern – mit integrierter Kamera, die über dem Kopf balanciert wird und mit einem Speichermedium verbunden ist, sowie mit Sensoren, die pro Sekunde hunderttausende Messpunkte erfassen. Unsere Mission: eine digitale Kopie des Bauwerks zu erstellen aus einer hochpräzisen 3D-Punktwolke und 360-Grad-Panoramaaufnahmen, die jeden Winkel des T1-Piers auf den Zentimeter genau abbilden. Der Pier ist nicht das erste Bauwerk am Flughafen München, das als digitale Kopie vorliegt, aber mit Abstand das gewaltigste – mit 95.000 Quadratmetern, verteilt auf vier Ebenen. Künftig soll die Arbeit mit dem digitalen Modell nicht nötige Vor-Ort-Besuche reduzieren. So lassen sich zum Beispiel Reparaturen kostengünstig und schnell aus der Ferne planen und steuern. Viele Anwendungsfälle wird die Zukunft zeigen. Denkbar ist auch, das 3D-Modell mit Live-Sensordaten, etwa von technischen Anlagen wie Heizungen oder Lüftungen, zu koppeln und sich damit einem echten digitalen Zwilling zu nähern.