Voller Einsatz gegen Kälte, Eis und Schnee

23.01.2026

Wenn es am Airport richtig zapfig wird, stellen Kollegen und Kolleginnen verschiedener Bereiche sicher, dass der Flughafenbetrieb nicht ins Schleudern gerät. Hier berichten sie, wie sie die Wintersaison 2025/26 bisher erlebt haben und wie sich die Winterdienste, Wärmeversorgung & Co. für weiteres Extremwetter wappnen.

Der Flugbetrieb – bestens gerüstet

"Im Vergleich zu den Schneemassen, die wir im Dezember 2023 bewältigen mussten, war dieser Winter bislang eher durchschnittlich", findet Stefan Häberlein, Leiter Verkehrsaufsicht. Sturmtief Elli habe zwar im Norden für Chaos gesorgt, Süddeutschland hingegen sei glimpflich davongekommen. "Es sind zwar Flüge gestrichen worden, das waren aber vornehmlich Verbindungen nach München." Von daher ist ein großes Tohuwabohu ausgeblieben. "Dass die Fluggesellschaften ihre Passagiere über Flugplanänderungen informieren, verhindert zumeist, dass die Menschen zum Flughafen kommen und dort stranden." Um die wenigen verbliebenen Passagiere kümmere man sich bei den Airlines. Knifflig wurde es zuletzt wegen der starken Temperaturschwankungen: "Wir hatten zum Teil Bodentemperaturen tief im Minusbereich", erklärt Häberlein. "Wenn dann eine Warmfront aufzieht und Regen auf kalte Oberflächen trifft, vereisen diese sofort und wir müssen schnell handeln. Zum Glück kam das in dieser Saison vor allem nachts vor, wenn am Flughafen ohnehin nicht mehr viel los ist." Gegen das Glatteis stemmt sich der Flughafen mit 750.000 Litern Flächenenteisungsmittel und großen Vorräten an Sand und Granulat. "Unsere Vorbereitungen für den Winter, inklusive den Konzeptverbesserungen aus den Erfahrungen der Vorsaison, treffen wir bereits im Herbst zum Beginn der Wintersaison und sind dann immer für die gesamte Wintersaison gut gerüstet."

  • Schneebedecktes Vorfeld am Flughafen München mit mehreren geparkten Flugzeugen und Blick auf den Tower.

Die Winterdienste – alles im Griff

Mit großer Gelassenheit blickt Georg Eglsoer von den Winterdiensten auf den bisherigen Winter. "Wir sind immer für Schnee und Glätte gerüstet", sagt er. Insgesamt sind die Winterdienste heuer mit 540 Männern und Frauen im Einsatz, 180 Kollegen und Kolleginnen pro Schicht. Sie rücken aus, wenn es zu Schneefällen kommt oder sich Eisregen ankündigt, um alle Straßen, Wege und Flächen im öffentlichen wie nicht-öffentlichen Bereich am Flughafen München von Glatteis und anderen wetterbedingten Risiken zu befreien. "In dieser Saison kam im öffentlichen Bereich erstmals zusätzlich zur herkömmlichen Salzsole ein Gurkenwasser aus der Produktion des Lebensmittelherstellers Develey zum Einsatz. Die Flüssigkeit wirkt wie Salzsole." Der nachhaltige Nebeneffekt: Der Flughafen spart mit diesem Verfahren große Mengen Wasser. "Die Prognosen waren heuer schlimmer, als es in der Realität eingetroffen ist", urteilt Eglsoer. Bis jetzt sei es ein durchwachsener Winter gewesen, dessen Auswirkungen die Winterdienste gut bewältigt haben. Die milderen Tage nutzen die Winterdienste, um ihre Materialien aufzufüllen und ihre Arbeitsgeräte wieder in Schuss zu bringen. "Wenn der Winter dann zurückkehrt, sind unsere Vorräte aufgetankt und die Kehrbesen in Reih' und Glied."

Bodenmitarbeiter am Flughafen München steht bei eisiger Kälte vor einem Flugzeug und ist mit Schutzkleidung ausgestattet.

EFM: Enteisung – läuft

Bei Minusgraden kommen die Kollegen und Kolleginnen der EFM so richtig auf Betriebstemperatur: "Flugzeuge zu enteisen gehört zu unserem Alltagsgeschäft, auf das wir uns das ganze Jahr über einstellen", sagt Thomas Liebl, Betriebsleiter im Schichtdienst der EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH. "Wir sind sowohl vom Personal als auch vom Equipment her gut aufgestellt. Wir mussten in den letzten Tagen tatsächlich viele Flugzeuge enteisen. Diese Aufgabe haben wir ohne Probleme bewältigt." An einzelnen Tagen steche das Arbeitsvolumen heuer besonders hervor. Die EFM verlässt sich auch in solchen Spitzenzeiten auf ihre bewährten Enteisungsfahrzeuge und -mittel sowie mehr als 30 Jahre Erfahrung. In enger Abstimmung mit den Wetterdiensten und den Verantwortlichen am Flughafen München behält Thomas Liebl die Wetterprognose im Auge. "Wenn es zu einem Wintereinbruch kommt, sind wir vorbereitet."

Die Wärmeversorgung – mit Volldampf gegen die Kälte

"Jeder Winter geht bei uns mit einer gewissen Spannung einher. Das war in dieser Saison bislang nicht anders", sagt Simon Schöwel, Leiter der Betriebsführung Energieversorgung des Flughafen Münchens. Gerade wenn sich wie zuletzt massive Wetterumschwünge ankündigen, sei eine gründliche Planung auf Basis von Computerberechnungen wichtig. Zum Vergleich: An einem milden Tag sind rund 500 Megawattstunden notwendig, um den Campus mit Wärme zu versorgen. An einem Tag, der ausschließlich Minusgrade, in der Nacht sogar zweistellige Minusgrade erreicht, verdoppelt sich der Bedarf – auf eine Gigawattstunde Wärme. Um an diesen Eistagen die Wärmeversorgung kontinuierlich decken zu können, wird die Vorlauftemperatur des Fernheiznetzes auf bis zu 125 Grad erhöht und sorgt somit für behagliche Bedingungen in den Gebäuden und Terminals. "Zuletzt waren unsere Blockheizkraftwerke, Fernwärme und die Heißwasserkessel gleichzeitig bei nahezu voller Leistung rund um die Uhr im Einsatz – aber alles noch im grünen Bereich." Sollte es diesen Winter noch einmal zu einem Kälteeinbruch kommen, rechnet Simon Schöwel damit, dass alles ein Stück weit einfacher wird: "Die kältesten Tage Anfang Januar sind ausgerechnet in die Urlaubszeit gefallen."

Winterliche Nachtaufnahme der Energie- und Wärmeversorgung am Flughafen München mit verschneitem Gelände und Industrieanlagen.

AE – Vorsorge und Fürsorge

Frostige Temperaturen und winterliche Niederschläge stellten in den vergangenen Wochen den operativen Betrieb vor besondere Herausforderungen – insbesondere in der Flugzeugabfertigung (AEF). Mitarbeitende waren teilweise über mehrere Stunden hinweg heftigen Schneeschauern sowie Temperaturen von minus zehn Grad und darunter ausgesetzt. Gleichzeitig erschwerten eingeschneite Container und vereiste Geräte sowie durch Schnee und Eis unkenntliche Bodenmarkierungen die Abläufe. Die Enteiserteams für Flächen und Geräte waren im Dauereinsatz. "Unsere neuen Enteisungsgeräte haben sich im Einsatz bewährt", sagt Christian Fischer, Geschäftsleiter Operations AE. "Gerade bei Extremwetterlagen ist es entscheidend, Arbeitsweisen und Arbeitstempo situativ anzupassen, um Unfälle zu vermeiden", betont Fischer weiter. Vor Beginn der Wintersaison wurden daher alle Mitarbeitenden nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, sich rechtzeitig im Uniformlager mit geeigneter Winterbekleidung auszustatten. Auch die Gepäckabfertigung (AEG) war vom Wintereinbruch betroffen. "Insbesondere Ankunftsverspätungen und Staus während der Enteisung führten zu einem erhöhten Aufkommen an Last-Minute-Gepäck", so Fischer. Hinzu kamen rutschige Böden an den Gepäckboxen sowie in der Gepäckhalle durch Eis, Nässe und Schnee, was erhöhte Aufmerksamkeit und angepasste Arbeitsabläufe erforderte.

Beim Transport Service (AET) stellten vereiste Fahrzeuge eine zusätzliche Belastung für den Betrieb dar. Um Vereisungen auf den Positionen zu vermeiden, wurde Frischwasser beim täglichen Ablassen gezielt aufgefangen. Zudem wurden Busfahrer mit zusätzlicher Winterbekleidung ausgestattet. Positiv wirkte sich der Einsatz von E-Bussen aus: "In Elektrobussen erwärmt sich der Innenraum deutlich schneller, da kein Kühlwasser aufgeheizt werden muss – ein klarer Vorteil für Passagiere und Personal gleichermaßen."

Wintereinsatz am Flughafen München: Ein Mitarbeiter enteist eine Flugzeugtreppe auf dem verschneiten Vorfeld.

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