Tag und Nacht einsatzbereit

Topfit bei der Werkfeuerwehr

Schwere Löschzüge fahren, Kranke verarzten und Notfalleinsätze steuern: Wer bei der Werkfeuerwehr des Flughafens arbeitet, muss vielseitig und belastbar sein – ein Berufsleben lang. Schließlich ist ihr Beruf sehr herausfordernd: 24-Stunden-Schichtdienst, ständige Alarmbereitschaft, aufreibende Noteinsätze und körperlich harte Arbeit gehören dazu. Bis zu 40 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die die Feuerwehrleute tragen, wenn sie zu einem Notfall gerufen werden.

Helm, Stiefel, feuersichere Schutzkleidung, Atemschutzgerät, Löschwerkzeug und Wärmebildkamera kommen dann zum Einsatz. "Damit müssen wir in kürzester Zeit steile Treppen hochlaufen und weite Wege auf dem Flughafengelände zurücklegen", macht Feuerwehrmann Timo Merk die Belastung für die Kollegen deutlich. "Bei Bränden kommt die enorme Hitze von bis zu 200 Grad hinzu, durch die wir uns am Boden kriechend kämpfen müssen."

Der 35-Jährige ist einer von fast 260 Werkfeuerwehrleuten am Flughafen München – und begeistert von seinem Beruf. Auf zwei Feuerwachen verteilen sich Merk und seine Kollegen, die größere liegt im Süden des Flughafengeländes, die kleinere im Norden. Die Aufteilung gewährleistet, dass die Brandschützer im Notfall jeden Punkt des Vorfeldes innerhalb von maximal 180 Sekunden erreichen – auch das ist eine anspruchsvolle Vorgabe an die Leistungsfähigkeit der Werkfeuerwehrleute.

Feuerwehr ist immer eine Kameradschaftssache - mir macht das Spaß, im Team zu arbeiten. Kein Tag ist wie der andere. Im Endeffekt passiert hier draußen genauso viel wie in einer kleinen Stadt.

Feuerwehrmann Timo Merk

Timo Merk

Werkfeuerwehrmann am Flughafen München

Test entscheidet über Berufstauglichkeit

Körperliche Fitness ist aber nicht nur in der täglichen Arbeit gefordert, sie ist auch essenziell, damit die Brandschützer ihren Beruf langfristig ausüben können. Alle drei Jahre schreibt der Gesetzgeber die Teilnahme an einem Test vor, der die Atemschutztauglichkeit der Feuerwehrleute überprüft. Kollegen über 50 Jahre müssen sogar jedes Jahr zum Test. Bestehen sie ihn nicht, ist ihre aktive Dienstzeit im Brandschutz vorbei. Der Flughafen München legt daher viel Wert darauf, ein nachhaltiges Gesundheitsprogramm für seine Werkfeuerwehrleute anzubieten, damit sie ihrer Arbeit dauerhaft nachgehen können.

"Wir machen jeden Tag mindestens eine Stunde Dienstsport", erzählt Timo Merk, "jeder hier." Dafür stehen den Kollegen ein Fitnessraum mit modernster Ausstattung und ein diplomierter Sportwissenschaftler zur Verfügung. Vier Mal pro Woche leitet der erfahrene Coach das Training an, erstellt individuelle Leistungsdiagnostiken und spezielle Übungspläne oder gibt Ernährungstipps. "Wir schauen hier wirklich sehr darauf, dass wir alle fit bleiben", sagt Merk.

Tägliche Fortbildungen für alle Kollegen

Um auch die mentale Fitness zu wahren, finden sich im Dienstplan aller Feuerwehrleute tägliche Weiterbildungen: Anfahrtsübungen mit den Löschfahrzeugen, Kurzschulungen zu neuen Brandschutzregeln oder zu Neuerungen am Computer. "Damit trainieren wir unsere Fähigkeiten und sind fachlich auf dem aktuellen Stand", erläutert Feuerwehrmann Merk. Und natürlich spielt das Arbeitsklima eine wichtige Rolle für ein gesundes Berufsleben. "Feuerwehr ist immer eine Kameradschaftssache", sagt Timo Merk, "mir macht das Spaß, im Team zu arbeiten." Das ist enorm wichtig, schließlich müssen sich die Brandschützer im Einsatz hundertprozentig aufeinander verlassen können.

  • Jeden Morgen von 7.15 bis 8 Uhr überprüfen die Werkfeuerwehrleute  ihre gesamte Ausrüstung. Timo Merk checkt in seinem Rettungswagen, ob EKG und Beatmungsgerät funktionieren und ausreichend Verbandsmaterial und Medikamente vorhanden sind.

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen

Für Merk ist sein Job bei der Werkfeuerwehr am Airport ein Wunschberuf. Wie viele andere Kollegen auch, ist der gelernte Schreiner und Rettungsassistent ein Quereinsteiger. Vor fünf Jahren schaffte er die strenge Aufnahmeprüfung und ließ sich ein halbes Jahr lang zur Brandschutzfachkraft fortbilden. Mittlerweile wechselt er innerhalb seiner Schicht zwischen Rettungswagen, Löschzug und Einsatzzentrale. "Kein Tag ist wie der andere", sagt Merk. "Im Endeffekt passiert hier draußen genauso viel wie in einer kleinen Stadt." Unfälle, Patiententransporte, Hilfe bei Sturmschäden, medizinische Notfälle, Brandschutz, Feuermeldungen – zu tun gibt es am Flughafen jede Menge. Im vergangenen Jahr mussten die Werkfeuerwehrler bei 4.000 Alarmen ausrücken, im Durchschnitt fahren sie zehn Einsätze täglich. Umso wichtiger für Rettungsassistent Merk und seine Kollegen, nachhaltig fit zu bleiben.

Sobald einer der 70.000 Rauchmelder auf dem Flughafen-Campus anspringt, ein Defibrillator geöffnet oder die 112 gewählt wird, läuft eine Meldung in der Einsatzzentrale der Feuerwache auf. Von hier aus steuern Timo Merk und seine Kollegen alle Einsätze der Werkfeuerwehr.

Flugzeug in Not! Bereitstellungsalarm

Jede Sekunde zählt, alles ist bis ins kleinste Detail durchgeplant. Schlagartig öffnen sich alle Tore der Fahrzeughalle. An Rutschstangen sausen die Feuerwehrleute in die Halle und rennen zu ihren Einsatzfahrzeugen. Im Vorbeilaufen drücken sie die Schnellstartknöpfe an ihren Löschwagen und zünden damit automatisch die Motoren. Sie springen in Stiefel und Hosen, die einsatzbereit auf dem Boden neben den Führerhäusern liegen, klettern in die Wagen – los geht's mit 1.000 PS Richtung Notfall. Sämtliche Vorfeld-Löschfahrzeuge rücken aus und sind in kürzester Zeit am Einsatzort.

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