Was kann ich bei Jungtieren In der Ästlingsphase falsch machen?
"Ein Ästling ist bereits befiedert, wobei die Schwanzfedern noch ein wenig kürzer wirken. Er hopst und flattert meist unbeholfen durch die Gegend und kann noch nicht richtig fliegen. Wichtig: Hat der Jungvogel keine offensichtlichen Verletzungen, wie Wunden, Blutungen, abgeknickte Flügel oder Beine, braucht er keine Hilfe. Bitte unbedingt in Ruhe lassen! Das Jungtier wird von seinen Eltern weiterhin gefüttert und versorgt. Ausnahme: Befindet er sich jedoch in unmittelbarer Gefahr, zum Bespiel neben einer Straße, auf dem Vorfeld oder Rollfeld, sollte der Ästling vorsichtig aufgenommen und nur ein paar Meter weiter in einen sicheren Randbereich gesetzt werden, damit die Vogeleltern ihn wiederfinden. In diesem Fall hat die Sicherheit Priorität. Einfach bei uns melden, falls man nicht weiß, wie man sich richtig verhält."
Worauf muss ich unbedingt achten?
"Nehmen Sie Jungtiere nicht unnötig mit: Viele gut gemeinte Aktionen trennen Jungvögel von ihren Eltern – und das möchten wir unbedingt vermeiden! Jede überflüssige Hilfe bedeutet Stress für das Tier und kann ihm schaden. Wildtiere sind außerdem streng geschützt und es ist eigentlich nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, sie ohne vernünftigen Grund mitzunehmen."
Wie bringen Sie den Schutz der Jungvögel mit der Flugsicherheit in Einklang?
"Wir verfolgen einen doppelten Ansatz: Wir schützen die Tiere nach den geltenden Natur- und Tierschutzstandards, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass sie nicht zur Gefahr für die Luftfahrt werden. Es müssen nur Vögel mit offensichtlichen Verletzungen oder Nestlinge ohne erreichbares Nest für eine tierschutzgerechte Versorgung mitgenommen und an eine entsprechend geeignete Stelle übergeben werden. Das erreichen wir durch Monitoring, dokumentierte Brutplätze, schnelle Reaktion bei Sichtungen und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Flughafenbereiche. Diese Nestlinge brauchen unbedingt Hilfe und sind nicht alleine überlebensfähig."